
Angeln und Unterwasserdrohnen passen auf den ersten Blick perfekt zusammen. Die Kamera zeigt dir Kanten, Krautfelder und versunkene Bäume, und mit etwas Glück auch die Fische selbst. Chasing hat sogar eine eigene Marke nur fürs Angeln gegründet. Gleichzeitig ist Fischerei in Österreich, Deutschland und der Schweiz streng geregelt, und neue Technik am Wasser sorgt immer wieder für Streit.
Vorweg: Wir haben noch nicht mit einer Unterwasserdrohne geangelt. Alles hier beruht auf Herstellerangaben, Gesetzestexten, Behördenseiten und Presseberichten. Das ist eine Einordnung, kein Praxistest, und keine Rechtsberatung.
- Eine Unterwasserdrohne zeigt dir Struktur, Bewuchs und oft auch Fische in Echtzeit.
- Für Angler gibt es eigene Geräte: Chasing bündelt sie unter der Marke CanFish (F1 Pro, CF1).
- Die F1 Pro kann laut Hersteller ein Echolot von Deeper oder Lucky tragen und mit einem Zusatzboot Futter abwerfen.
- Fischerei ist Ländersache in Österreich und Deutschland, in der Schweiz regeln es Kantone und Seekommissionen.
- Einzelne Gewässer verbieten bereits moderne Fischortungstechnik (Live-Sonar), etwa der Vierwaldstättersee und der Sarnersee.
- Vor dem ersten Einsatz: beim Bewirtschafter, Verein oder Fischereiverband nachfragen.
Was eine Unterwasserdrohne beim Angeln kann
Struktur finden. Kanten, Steinpackungen, Krautfelder, versunkene Bäume: Genau dort halten sich viele Fische auf. Mit der Kamera einer Unterwasserdrohne siehst du den Grund direkt, statt ihn nur zu erahnen. Bei trübem Wasser stößt das aber schnell an Grenzen.
Fische beobachten. Du siehst, welche Arten wo stehen und wie sie sich verhalten. Für viele ist das schon Belohnung genug, auch ganz ohne Fang.
Köder beobachten. Wie läuft dein Kunstköder, liegt der Futterplatz richtig, wird das Futter angenommen? Die Kamera zeigt es dir.
Was die Hersteller fürs Angeln anbieten
Chasing hat seine Angelgeräte unter der Marke CanFish gebündelt. Über die KI-Fischerkennung der CF1 und die Preissenkung bei der F1 Pro haben wir in unserer News CHASING-Ableger CanFish: KI meldet, wenn Fische kommen berichtet. Wichtig zu wissen: Diese Geräte sind keine frei tauchenden ROVs wie eine FIFISH oder Gladius.
| Gerät | Was es ist | Herstellerangaben | Preis* |
|---|---|---|---|
| CanFish F1 Pro | schwimmendes Boot, Kamera wird an einem Kabel abgesenkt | 1080p, Sony STARVIS, bis 20 m Tiefe, 4–6 h Laufzeit, GPS-Rückkehr, Halterung für Echolot (Deeper, Lucky u. a.) | 699,99 USD (vorher 1.299,99 USD) |
| Bait Boat (Zubehör F1 Pro) | Zusatzboot für Futter | laut Chasing (F1) Futterabwurf per Klick in der App | 199,99 USD |
| CanFish CF1 | Kamera an 30-m-Kabel, wird ausgeworfen und am Kabel positioniert | 30 m Tiefe, Zugfestigkeit mind. 40 kg, bis 6 h, App per WLAN bis 50 m | 229,99 USD (Standard Kit) |
| Klassische Unterwasserdrohne (z. B. FIFISH, Chasing Gladius) | frei tauchendes ROV | siehe Bestenliste | siehe Bestenliste |
Preise laut US-Shop des Herstellers, ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Euro- und CHF-Preise sind uns nicht bekannt. Technische Daten laut Hersteller.
Fischfinder und Sonar. Die F1 Pro hat laut Hersteller eine kugelförmige Halterung, in die Echolote wie Deeper oder Lucky passen. Bei QYSEA führt das Zubehörprogramm ein „2D Image Sonar“, allerdings ohne Hinweis aufs Angeln. Ein Sonar ist ein Profiwerkzeug für Inspektionen, kein Fischfinder.
Köder- oder Futterabwurf. Für die Chasing F1 beschreibt Chasing ein Zusatzboot, das Futter auf Knopfdruck in der App abwirft. Ein eigenes Köder-Abwurf-Zubehör für die Unterwasserdrohnen von Chasing (Gladius, Dory, M2) oder für FIFISH haben wir nicht gefunden.
Unsere Einordnung: Wer vor allem angelt, ist mit einem spezialisierten Gerät wie CF1 oder F1 Pro meist besser bedient: einfacher, länger Akku, günstiger. Wer filmen, erkunden und auch mal angeln will, nimmt eine klassische Unterwasserdrohne. Einen Überblick über Preisklassen gibt Unterwasserdrohne unter 1.000 Euro.
Stört die Drohne die Fische?
Ja, das kann passieren. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit zu ROV-Fischzählungen (Sward, Monk und Barrett, Frontiers in Marine Science, 2019) fasst zusammen, dass Fische auf ROVs reagieren können: manche weichen aus, manche werden angezogen. Künstliches Licht beeinflusst das Verhalten nachweislich, eine zitierte Studie fand, dass mehr Fische weißem als rotem Licht auswichen. Auch Geschwindigkeit und Motorgeräusch gelten als Einflussfaktoren.
Für dich heißt das: langsam fahren, Abstand halten, nicht hinter Fischen herjagen. Und in der Laichzeit lieber ganz verzichten.
Die Rechtslage in Österreich, Deutschland und der Schweiz
Hier wird es kompliziert. Ein einheitliches Gesetz „Unterwasserdrohne beim Angeln“ gibt es in keinem der drei Länder. Was gilt, hängt vom Land, Kanton und oft vom einzelnen Gewässer ab. Wichtig: Das ist keine Rechtsberatung, sondern ein Überblick, Stand der Prüfung 19.10.2026.
Österreich
- Ländersache: Laut oesterreich.gv.at ist das Fischereiwesen in Gesetzgebung und Vollziehung Ländersache. Jedes Bundesland hat sein eigenes Fischereigesetz.
- Erlaubnis: Zum Fischen brauchst du in der Regel eine gültige Fischerkarte oder Fischergastkarte und zusätzlich die Erlaubnis des Fischereiberechtigten.
- Licht als Lockmittel: In Kärnten ist laut oesterreich.gv.at die Verwendung künstlicher Lichtquellen zum Anlocken von Wassertieren verboten. Ob die Lampen einer Unterwasserdrohne darunterfallen, wenn sie beim Angeln Fische anlocken, ist nicht geklärt. Lass sie im Zweifel aus oder frag nach.
- Kameras und Echolote: Eine ausdrückliche Regel zu Unterwasserkameras oder Fischortung haben wir auf den Behördenseiten nicht gefunden.
Deutschland
- Ländersache: Das Binnenfischereirecht ist in Deutschland Sache der Länder.
- Zwei Dokumente: Am Beispiel Mecklenburg-Vorpommern: Neben dem Fischereischein brauchst du eine Angelerlaubnis des Gewässerbewirtschafters. Diese privatrechtliche Erlaubnis kann eigene Regeln enthalten.
- Licht als Lockmittel: Die bayerische Bodenseefischereiverordnung verbietet in § 3 Abs. 5 künstliche Lichtquellen, die dem Anlocken von Fischen dienen.
- Echolote: Vereine und Bewirtschafter können Echolote auf ihren Gewässern untersagen. Darüber wird in Anglerkreisen seit Jahren gestritten, das zeigt etwa eine Diskussion bei Barsch-Alarm mit Berichten von Verboten an Brandenburger Seen und den Potsdamer Havelseen. Ein amtliches, bundesweites Verbot von Unterwasserkameras haben wir nicht gefunden.
Schweiz
- Kantonssache: Am Beispiel St. Gallen: Der Kanton hat das Fischereiregal und vergibt das Fischereirecht per Patent oder Pacht. Die Regierung legt unter anderem Fang- und Hilfsgeräte, Fangmethoden und Köder fest. Wer mit unerlaubten Hilfsmitteln fischt, riskiert laut kantonalem Gesetz eine Busse bis 20.000 Franken.
- Live-Sonar verboten: Auf dem Vierwaldstättersee hat die Fischereikommission der Anrainerkantone Live-Sonar-Geräte ab 1. September 2023 verboten, laut SRF vor allem zum Schutz großer Laichfische. Laut zentralplus hat das Bundesgericht das Verbot 2025 bestätigt. Auch am Sarnersee (Obwalden) sind seit 2023 nur noch herkömmliche Echolote erlaubt.
- Unterwasserkameras: In den geprüften Quellen nicht ausdrücklich geregelt.
Was heißt das für dich?
- Immer zuerst fragen: beim Bewirtschafter, Verein, Fischereiverband oder bei der kantonalen Fischereiverwaltung. Erwähne ausdrücklich, dass du eine Unterwasserdrohne bzw. Kamera einsetzen willst.
- Erlaubnisschein lesen: Dort stehen oft gewässerspezifische Verbote.
- Naturschutzgebiete: Dort gelten häufig zusätzliche Regeln. Frag bei der Naturschutzbehörde nach, bevor du die Drohne einsetzt.
- Drohne ohne Angel: Auch wenn du gar nicht angelst, kann das Befahren eines Gewässers eigenen Regeln unterliegen. Eine eigene Übersicht zur Rechtslage ist geplant.
Praktische Tipps
- Schnur und Kabel trennen. QYSEA warnt in der Kurzanleitung zur V6 ausdrücklich vor Angelschnur, die sich in Drohne oder Kabel verfängt. Fahr nie dort, wo deine eigene oder fremde Schnüre im Wasser sind.
- Rücksicht auf andere Angler. Fahr nicht durch fremde Angelplätze und halte Abstand zu Schnüren und Netzen.
- Fisch nicht hetzen. Siehe oben: langsam, mit Abstand, Licht sparsam.
- Festhängen vermeiden. Krautfelder und versunkene Bäume sind beste Fischplätze, aber auch Kabelfallen. Was zu tun ist, wenn es passiert, steht in Drohne hängt fest: was tun?.
Im Video
So sieht ein Gerät speziell fürs Angeln aus:
Nimm die Drohne zuerst ohne Angel mit ans Wasser und mach eine „Erkundungsfahrt“, etwa außerhalb der Angelsaison oder an einem Gewässer, wo das ausdrücklich erlaubt ist. So lernst du Kanten und Krautfelder kennen, ohne Fische oder andere Angler zu stören.
Häufige Fragen
Ist Angeln mit der Unterwasserdrohne erlaubt?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Fischerei ist in Österreich und Deutschland Ländersache, in der Schweiz Sache der Kantone. Dazu kommen Regeln einzelner Gewässer und Vereine. Frag vorher beim Bewirtschafter oder Fischereiverband nach.
Kann ich mit der Drohne einen Köder auslegen?
Für die schwimmende CanFish F1/F1 Pro gibt es laut Chasing ein Zusatzboot für den Futterabwurf. Ein Köder-Abwurf-Zubehör für frei tauchende ROVs von Chasing oder FIFISH haben wir nicht gefunden. Ob Futterboote an deinem Gewässer erlaubt sind, musst du vorher klären.
Was ist der Unterschied zwischen CanFish und einer normalen Unterwasserdrohne?
Die F1 Pro schwimmt an der Oberfläche und senkt eine Kamera ab, die CF1 ist eine Kamera am Kabel. Eine Unterwasserdrohne wie FIFISH oder Gladius taucht frei und lässt sich in alle Richtungen steuern.
Verscheucht die Drohne die Fische?
Fische können auf ROVs reagieren, mit Ausweichen oder Neugier. Laut wissenschaftlicher Literatur spielen Licht, Geschwindigkeit und Geräusch eine Rolle. Fahr langsam und halte Abstand.
Gilt ein Echolot-Verbot auch für Unterwasserdrohnen?
Das ist in den Quellen, die wir geprüft haben, nicht ausdrücklich geregelt. Im Zweifel beim Bewirtschafter oder der Fischereiaufsicht nachfragen.
Angelst du schon mit Kamera oder Drohne? Wie sind die Regeln an deinem Gewässer? Erzähl es im Forum der Unterwasserpiloten.
Reaktionen und Kommentare zu diesem Artikel findest du im Forum der Unterwasserpiloten.
- Unterwasserpilot News: „CHASING-Ableger CanFish: KI meldet, wenn Fische kommen“ (19.07.2026; Markenhistorie, KI-Erkennung CF1)
- CanFish: F1 Pro Produktseite (1080p Sony STARVIS, 20 m, 4–6 h, GPS-Rückkehr, Sonar-Halterung für Deeper/Lucky, Bait Boat 199,99 USD, Preis 699,99 statt 1.299,99 USD)
- Chasing: F1 Overview (Futterabwurf per Klick in der App mit Bait Boat, Deeper/Lucky, 20 m, 30 m WLAN)
- CanFish: CF1 Underwater Fishing Camera Kit (30 m Kabel, mind. 40 kg, bis 6 h, WLAN bis 50 m, 229,99 USD)
- QYSEA: ROV Accessories (2D Image Sonar, kein Angelzubehör)
- QYSEA: FIFISH V6/V6s Quick Start Guide V1.4 (via Adorama; Warnung vor Angelschnur)
- Sward, Monk, Barrett: „A Systematic Review of Remotely Operated Vehicle Surveys for Visually Assessing Fish Assemblages“, Frontiers in Marine Science 6 (2019) (Reaktionen von Fischen auf ROVs, Licht, Geschwindigkeit)
- oesterreich.gv.at: Fischen (Ländersache, Fischerkarte + Erlaubnis des Berechtigten; letzte Aktualisierung 17.03.2026)
- oesterreich.gv.at: Fischen in Kärnten – Verbote und Strafen (künstliche Lichtquellen zum Anlocken verboten)
- wissen.de Lexikon: Fischereirecht (Binnenfischereirecht Sache der Länder)
- LALLF Mecklenburg-Vorpommern: Flyer Angeln (Fischereischein + Angelerlaubnis)
- Bayern: Bodenseefischereiverordnung (BoFiV) § 3 Abs. 5, zuletzt geändert 18.09.2025
- Barsch-Alarm: „Die große Echolot-Diskussion – Isses unfair?“ (20.11.2012, mit Kommentaren bis 2018; Erfahrungsberichte zu Vereins-/Gewässerverboten)
- Kanton St. Gallen: Fischereigesetz sGS 854.1 (Art. 3 Regal, Patent/Pacht; Art. 13 Hilfsgeräte/Methoden/Köder; Art. 43 Busse bis 20.000 CHF), via FAOLEX
- SRF: „Fischen im Vierwaldstättersee: Die gezielte Jagd auf große Hechte mit viel Technik ist vorbei“ (08.07.2023; Live-Sonar-Verbot ab 01.09.2023, Fischereikommission LU/SZ/UR/OW/NW)
- zentralplus: „Es geht nicht mehr um die Natur, sondern um Trophäenfischen“ (08.10.2025; Bundesgericht bestätigt Live-Sonar-Verbot)
- Kanton Obwalden: Medienmitteilung 23.11.2022 (Sarnersee ab 2023 nur herkömmliche Echolote, Live-Sonar verboten)

