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Unterwasserdrohne mit Greifarm: Was du bei FIFISH und Chasing nachrüsten kannst

Ein Greifarm macht aus der Filmdrohne ein Werkzeug. Wir zeigen, welche offiziellen Greifarme es für FIFISH und Chasing gibt, was sie laut Hersteller können und kosten und was sie für Trimmung und Akku bedeuten.

6 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von Kenny, Redakteur
Kenny, Redakteur bei UnterwasserpilotKennyRedakteur · Unterwasserpilot
Balkendiagramm: Greifarm-Öffnung bei QYSEA und Chasing laut Hersteller
Greifarm-Öffnung laut Hersteller · Eigene Grafik

Viele Piloten merken nach den ersten Tauchgängen: Filmen ist toll, aber manchmal möchte man etwas aufheben. Die gute Nachricht: Bei den größeren Modellen von QYSEA (FIFISH) und Chasing lässt sich ein Greifarm nachrüsten. Die weniger gute: Er ist teuer und verändert das Fahrverhalten.

Vorweg: Wir haben keinen dieser Greifarme selbst montiert oder getestet. Alle Werte stammen von Herstellern und Händlern. Das ist eine Einordnung, kein Praxistest. Alles zum Thema Zusatzlampen findest du in einem eigenen Artikel: Mehr Licht für die Unterwasserdrohne.

Hinweis zu den Preisen: Alle Preise ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Wo QYSEA oder Chasing nur US-Dollar-Preise nennen, geben wir diese an. Franken-Preise konnten wir für das Zubehör nicht verlässlich prüfen.

Die wichtigsten Fakten
  • Greifarm gibt es offiziell für FIFISH V-EVO, V6 Expert und E-GO sowie für Chasing Gladius Mini S und die M2-Reihe. Für die Chasing Dory nicht.
  • Die Greifarme öffnen sich laut Hersteller 12 bis 17 cm weit und greifen mit rund 7 kg bzw. 100 N.
  • Der QYSEA-Arm kostet für die V-EVO 399 € im deutschen QYSEA-Shop.
  • Für schwere Gegenstände gibt es den Retrieval Hook (49 €), der bis 80 kgf Zug aushält.
  • Der QYSEA-Arm zieht höchstens 2 A bei 12 V aus der Drohne. Einen Laufzeitverlust nennt der Hersteller nicht.

Welche Drohne kann was?

Nicht jede Unterwasserdrohne hat einen Anschluss für Zubehör. Die kleinen Einsteigermodelle haben meist keinen.

ModellZubehör-AnschlussNutzlastGreifarm erhältlich
FIFISH V-EVOErweiterungs-Schnittstelle2 kgja
FIFISH V6 ExpertQ-IF, 22 Werkzeuge5 kgja
Chasing Gladius Mini S4-poliger Anschlusskeine Angabeja (Grabber Claw)
Chasing M2Anschluss für Greifer und Licht (laut Händler)keine Angabeja (Grabber Arm 2.0)
Chasing Dorykeiner gefundenkeine Angabenein (Dory Explore mit Kescher)

Alle Angaben laut Hersteller bzw. Händler. Mehr zu den einzelnen Drohnen: FIFISH V-EVO, FIFISH V6 Expert, Chasing Gladius Mini S, Chasing Dory.

Die Unterwasserdrohne mit Greifarm: das Angebot

QYSEA FIFISH: 2-Finger-Greifarm

Der „2-Finger Robotic Arm“ passt laut QYSEA an V-EVO, V6 Expert und E-GO. Es gibt je eine eigene Version pro Modell.

  • Greifkraft: 100 N maximale Klemmkraft, 7 kgf Greifkraft (V-EVO, V6 Expert) bzw. 10 kgf (E-GO). Auf der V-EVO-Produktseite nennt QYSEA 70 N.
  • Öffnung: bis 12 cm
  • Gewicht: 0,8 kg (V-EVO, V6 Expert)
  • Tiefe: 100 m (V-EVO, V6 Expert)
  • Strom: kommt direkt von der Drohne, maximal 2 A bei 12 V
  • Lieferumfang: Arm, Halterung, ein Paar Parallelgreifer, Montagekit mit Schrauben, O-Ringen und Werkzeug
  • Preis: V-EVO-Version 399 € (QYSEA-Shop Deutschland) bzw. 399 US-$; V6-Expert-Version 699 US-$. Ersatzgreifer 35 US-$.

Bei der V6 Expert gibt es den Arm auch im Paket: M100A kostet im deutschen QYSEA-Shop 3.899 € statt 2.899 € für M100 (beide zuzüglich MwSt.). In diesem Aufpreis steckt allerdings auch ein Industriekoffer statt des Schaumstoffkoffers.

Praktisch für schwere Gegenstände ist der Retrieval Hook (49 € bzw. 49 US-$). Der Arm setzt den Haken am Objekt an, rastet ihn ein und lässt ihn los. Hochgezogen wird dann an einem Seil von der Oberfläche. Laut QYSEA verträgt der Haken bis 80 kgf Zug. Das Seil ist nicht dabei.

Chasing: Grabber Claw und Grabber Arm 2.0

  • Grabber Claw (Gladius Mini S): Laut Chasing-Anleitung maximal 7 kg Greifkraft, 12 cm Öffnung, 2,8 Sekunden pro Öffnen oder Schließen, 370 g an Land und 50 g im Wasser, bis 100 m. Angeschlossen wird sie über einen 4-poligen wasserdichten Stecker. Händler nennen 399 US-$ als regulären Preis.
  • Grabber Arm 2.0 (M2, M2 S, M2 Pro; eigene Varianten für M2 Pro Max und Chasing X): maximal 7 kg Greifkraft, 17 cm Öffnung, Werkzeugköpfe ohne Werkzeug tauschbar, bis 100 m. Händlerpreis 799 US-$.

Euro-Preise für die Chasing-Greifer haben wir bei Chasing selbst nicht gefunden.

Montage: So läuft das Anbauen

Die Anleitungen der Hersteller sind kurz. So beschreibt Chasing den Anbau der Grabber Claw an die Gladius-Reihe:

  1. Drohne ausschalten. Chasing warnt, dass der Anbau bei eingeschalteter Drohne einen Kurzschluss verursachen kann.
  2. Halterung mit vier M3-Schrauben an der Drohne befestigen.
  3. Kabel an Greifer und Drohne anstecken und handfest anziehen.
  4. O-Ring am Stecker prüfen und bei Schäden tauschen.
  5. Drohne einschalten, Greiffunktion in der App aktivieren und mit dem rechten Daumenrad öffnen und schließen.

Bei QYSEA liegen Halterung, Schrauben, O-Ringe und Werkzeug bei. Der Arm wird über die Erweiterungs-Schnittstelle versorgt und braucht kein eigenes Ladegerät. Nach dem Tauchen alle Stecker trocken und sauber halten. Chasing weist darauf hin, dass Salz und Feuchtigkeit die Anschlüsse angreifen.

Was der Greifarm mit Trimmung und Akku macht

Trimmung und Auftrieb

Jedes Teil verändert, wie die Drohne im Wasser liegt. Die Hersteller versuchen, das auszugleichen:

  • Der QYSEA-Arm hat laut Hersteller ein Neutralauftriebssystem, damit die Drohne ihre Balance behält.
  • Die Chasing Grabber Claw wiegt im Wasser laut Anleitung nur 50 g.

Ein Gewicht vorne oder seitlich lässt die Drohne leicht kippen, und die Motoren müssen gegenhalten. Wie stark das bei welchem Modell ist und ob Auftriebskörper nötig sind, sagen die Hersteller nicht.

Akkulaufzeit

  • Greifarm: Der QYSEA-Arm braucht laut Hersteller maximal 2 A bei 12 V, also höchstens 24 Watt. Das ist unsere Rechnung aus den Herstellerangaben. Diese Leistung zieht er nur, während er arbeitet. Zum Vergleich: Der Akku der V-EVO hat laut QYSEA 97,2 Wh, der der V6 Expert 156 Wh. Einen Laufzeitverlust nennt QYSEA nicht.
  • Dazu kommt: Mehr Gewicht und Strömungswiderstand bedeuten mehr Arbeit für die Motoren.

Mehr zur Pflege des Akkus: Akkupflege.

Selbst basteln: was dokumentiert ist

Selbstgebautes Zubehör ist ein Risiko für Dichtungen und Garantie. Ein paar Ansätze sind aber öffentlich dokumentiert:

  • Eigene Greiferspitzen: QYSEA schreibt, dass die Greiferspitzen des 2-Finger-Arms Standard-Montagelöcher für eigene oder DIY-Werkzeuge haben.
  • 3D-gedruckte Greifer: Auf Printables gibt es einen „QYSEA FIFISH V6 Parallel Gripper“ zum Selbstdrucken (Dateien von 2022) als Ersatz für die Standardklauen des V6-Arms. Getestet haben wir ihn nicht.
  • Fremde Greifer an FIFISH: Im Blue-Robotics-Forum fragte 2021 ein Nutzer, ob sich der Newton-Greifer an eine FIFISH V6 anpassen lässt. Eine dokumentierte Lösung gibt es dort nicht.

Wenn du tiefer ins Selbstbauen einsteigen willst: ROV selbst bauen statt kaufen.

Lohnt sich der Greifarm?

Wie du den Greifarm praktisch einsetzt, zeigen wir in Verlorenes im See bergen. Wer zusätzlich mehr Licht braucht, findet die Optionen in Mehr Licht für die Unterwasserdrohne.

Häufige Fragen

Welche Unterwasserdrohne mit Greifarm gibt es?

Offiziell für FIFISH V-EVO, V6 Expert und E-GO von QYSEA sowie für Chasing Gladius Mini S und die M2-Reihe. Die V6 Expert gibt es auch direkt im Paket mit Arm.

Wie viel kann der Greifarm halten?

Laut Hersteller rund 7 kg Greifkraft bei FIFISH (100 N Klemmkraft) und Chasing. Die Drohne selbst trägt laut QYSEA 2 kg (V-EVO) bzw. 5 kg (V6 Expert).

Verkürzt der Greifarm die Akkulaufzeit?

Der QYSEA-Arm zieht laut Hersteller höchstens 2 A bei 12 V, und nur, während er arbeitet. Einen Laufzeitverlust nennt QYSEA nicht. Mehr Gewicht kostet aber immer etwas Laufzeit.

Gibt es einen Greifarm für die Chasing Dory?

Wir haben keinen gefunden. Für Kleinteile gibt es die Dory Explore mit Kescher und Metalldetektor, siehe Schatzsuche unter Wasser.

Im Video

So läuft die Montage eines Greifarms an einer FIFISH ab:

Video auf YouTube (Anleitung zur Montage)
Praxistipp zum Schluss

Fahr nach jeder Montage zuerst eine Runde im flachen Wasser in Ufernähe, bevor du richtig tauchst. Schau, ob die Drohne gerade schwebt, und teste den Greifer ein paar Mal. So merkst du Probleme, solange du noch hinlangen kannst.

Reaktionen und Kommentare zu diesem Artikel findest du im Forum der Unterwasserpiloten. Du hast dein Zubehör selbst gebaut? Zeig es dort!

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Kenny, Redakteur bei Unterwasserpilot
RedakteurKennyKenny schreibt bei Unterwasserpilot über ROV-Drohnen, Tests und Einsätze in Österreich und dem D-A-CH-Raum.

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